Mit einem sicheren und zudem nie gefährdeten 35:25 (17:11)-Erfolg zu Hause gegen Obergurig können die Pulsnitzer Männer zwar siegen, aber niemanden richtig überzeugen.

Es war wieder einmal ein Spiel gegen die Oberguriger, das bei den Gastgebern nicht nur viele Wünsche offen ließ, sondern im gleichen Muster ablief wie sonst auch. Anstatt die spielerische, temporeiche Überlegenheit ordentlich auszuspielen, wurde einmal mehr der gegnerische Hauruck-Stil angenommen. So richtig kamen die Gastgeber nicht in Fahrt, auch wenn sie eine Vielzahl von Ballgewinnen verbuchten. Doch die fälligen Tore nach Tempogegenstößen blieben leicht zählbar. Was die Pulsnitzer da wegwarfen und die Gästekeeper berühmt schossen, ging auf keine Kuhhaut. Und Schießen ist sicher der richtige Ausdruck für die immer schön halbhoch scharf auf Beine und Arme platzierten Würfe. Trotzdem konnten die Gäste aus den vielen Paraden ihrer Torhüter kein größeres Kapital schlagen, da die Gastgeber doch intensiver und aggressiver vorn und hinten agierten. In der elften Minute stand es immerhin 4:3 für Obergurig, weil die Pulsnitzer bis dahin bereits acht freie Würfe vergeigt hatten. Danach gelangen innerhalb von zwei Minuten wenigstens vier Tore in Folge zur ersten größeren Führung, die dann nie mehr abgegeben wurde. Das forderte in der 14. Minute die erste SVO-Auszeit heraus, auch zum kurzen Luftholen. Das Spiel weiter dominierend, wurden aber bis zur Pause auch die nächsten acht freien Würfe versemmelt. So war da der Vorsprung immer noch überschaubar bei lediglich sechs Treffern plus. Nach der Pause wurde die Führung sukzessive ausgebaut. Meist folgten drei Treffern nur einer des Gegners. Mehr als zehn Tore mehr wurden es aber auch dann meist nicht. Immer wieder wurden freie Würfe Beute des Gegners. Dabei wurden in den zweiten 30 Minuten „nur“ noch zehn freie Würfe und Konter produziert, die nicht im Netz landeten. So wurde letztlich ein möglicher hoher Kantersieg vergeben, der den Widerstand der Gäste bei klarerem Spielstand sicher eher gebrochen hätte. Die blieben kämpferisch bis zur letzten Minute nach dem ersten Zehn-Tore-Rückstand in der 37. Minute immer auf Augenhöhe. Das Spiel war nicht mehr zu verlieren, ließ aber weiter vieles offen. Trainer Michael Schwenke nahm’s gelassen: „Das war ein typisches Obergurig-Spiel durch uns. Die Torhüter wurden berühmt und 30 Fahrkarten geworfen. Phasenweise sah ich mehr Kampf als Spiel und wir erhielten zu viele Gegentore. Mit ordentlicher Einstellung konnte es deutlicher werden. Es war ein sicherer Sieg und wir hatten keine Verletzten. Die Abwehr muss auch sonst den Torhütern mehr helfen. Aber abhaken, es geht weiter. Für die Zuschauer war es sicher kein schönes Spiel. Wir werden versuchen, es das nächste Mal besser zu machen.“ Aber wichtig ist der Sieg und da kommt es schon im nächsten Spiel am Sonntag gegen Oberlichtenau drauf an. Das könnte ein Tempo- und Tore-Festival werden. Nur dann müssen die Bälle ins Netz.

Pulsnitz spielte mit: O. Scholze, Herms; Liese (8/4), Krahl (3), Jung (4), Thomschke (1), Johne (4), Lüttke (2), Drabant (4), Schöne (1), Kasper (1), Schulze (5) und Richter (2).

Eberhard Neumann


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